Die Legende von Marana

Die Legende von Marana

Fragen über das Schreiben

  • Wie sieht dein Schreiballtag aus?

Als ich an dem ersten Buch von der Legende von Marana gearbeitet habe, schrieb ich sehr regelmäßig, meist immer an demselben festen Platz und das über Jahre. Es dauerte sehr lange, da die Geschichte vor allem in den folgenden Bänden noch komplexer wird, sodass es von ungemeiner Wichtigkeit war, alle Grundbausteine für den Fortgang der Legende und auch für das Ende der Serie bereits im ersten Buch zu legen, und sei es nur durch unscheinbare Informationen, welche schnell überlesen werden können. Der Prozess von Planen und Schreiben stand in einem ständigen, nie endenden Wechselspiel, täglich befasste ich mich mit beidem.
Heute arbeite ich willkürlich immer an dem Handlungsstrang, der mich am jeweiligen Tag am meisten einnimmt.
Ich höre während des Schreibens Musik, zum einen aus reinem Vergnügen, zum anderen, um meine fertigen Texte zu überprüfen: Traurige Szenen müssen auch bei fröhlicher Tanzmusik zu Tränen rühren, Kämpfe auch unter Begleitung von albernen Kinderliedern spannend bleiben.

 

 

  • Muss ich gut im Deutschunterricht sein, um ein Buch schreiben zu können?

Diese Frage wird vor allem von SchülerInnen während meiner Lesungen und Workshops gestellt. Auch wenn sich Lehrer und Eltern über zuversichtliche Zustimmung freuen, damit ihre Schützlinge zum Lernen motiviert werden, beantworte ich diese Frage mit Nein. Selbstverständlich ist es hilfreich, die Regeln von Rechtschreibung, Grammatik und Syntax zu beherrschen, wenn man selbst einen Text produzieren will. Die Arbeit und der Umgang mit literarischen Werken ist ebenso förderlich, aber meiner Meinung nach nicht ausschlaggebend. Das Wichtigste ist die Idee für eine großartige Geschichte. Entwickelt einzigartige Charaktere, Welten und eine umwerfende Erzählung, alles andere kommt mit der Übung und mit der Zeit. Wenn eure Geschichte gut durchdacht und erst einmal von Anfang bis Ende konstruiert ist, dann habt ihr genug Zeit, sie stilistisch aufzuarbeiten. Sie anderen in die Hand zu geben, um Verbesserungsvorschläge zu erhalten, oder sie selbst erneut und erneut zu lesen und auszubessern.
Schreiben (und Zeichnen) zu meistern ist nicht anders als das Erlernen einer neuen Sportart oder eines Musik-Instruments. Man ist nicht aus Zufall oder "Talent" perfekt und fängt dann an, sofort perfekt zu schreiben und zu zeichnen. Niemand, der zum ersten Mal eine Geige in die Hand nimmt, kann sofort ein Lied spielen. Niemand, der zum ersten Mal blanke Seiten mit seiner eigenen Kreativität füllt, darf erwarten, dass dies sofort bestmöglich formuliert und durchdacht ist. Erst durch den Prozess, durch das eigentliche Arbeiten und ständige Überarbeiten wird man besser.
Viele SchülerInnen sagen mir "Ich kann nicht zeichnen", oder "ich schreibe total schlecht" - Nein! Ihr schreibt, ihr seid angefangen, an euch und euren Welten und Charakteren zu arbeiten; das ist hervorragend, und das ist schon mehr, als die meisten jemals zustande bringen. Und wenn ihr erkennt, dass ihr noch nicht "gut" seid, heißt das nur, dass ihr selbstkritisch genug seid, um zu erkennen, dass ihr noch viel Potenzial nach oben besitzt.
 
Es ist die Idee, nicht das "angeborene Können", die zählt, und die Idee, welche am Anfang steht.
Es gibt viele, die aus dem Deutschunterricht mit den besten Noten hervorgehen, wirklich großartig im Analysieren und dem Schreiben von Aufsätzen sind, aber nicht die Fantasie und Ausdauer für das Schaffen einer eigenen Geschichte besitzen.

Konzentriert euch also auf euer Gefühl, auf euren Ehrgeiz und eure eigenen Ideen. Strebt an, euch stetig zu verbessern und etwas Umwerfendes zu schaffen und glaubt an euch und eure Träume. Dieser Wille ist entscheidend, nicht eine einstellige Zahl auf einem unterschriebenen Papier. Erlaubt euch, "nicht perfekt" zu sein und vergesst niemals, dabei Spaß zu haben und euch daran zu erinnern, was für eine fantastisch magische Sache ihr damit tut, Welten und Charaktere aus dem scheinbaren Nichts zu schaffen.

 

     

  • Wo finde ich Inspiration zum Schreiben und zum Zeichnen?

 Schaut mal hier:
  • Animexx.de - Das deutsche "Facebook" für Anime- und Mangafans. Bietet eine perfekt ausgearbeitete Platform, auf der man sich in Foren austauschen wie auch seine eigenen Zeichnungen, Comics und Geschichten übersichtlich präsentieren (wie auch die von anderen lesen) kann. Ebenso kann man andere Mitglieder zum gemeinsamen Schreiben und sogar große Gruppen zum Rollenspielen finden.  
  • Deviantart.com - Größte internationale Zeichner-Webseite. Auf der einen Seite kann man seine eigenen gezeichneten und geschriebenen Werke präsentieren, auf der anderen dient die Bildersuche auch hervorragend als Inspirationsquelle für abstrakte Wesen, Magier, Landschaften, etc. etc.
  • Fanfiction.net - Wer noch unsicher mit dem Schaffen seiner eigenen Welten und Charaktere ist, dafür aber gerne Geschichten in bestehenden Universen mit Charakteren anderer Autoren verfasst ("Meine eigene Harry Potter Geschichte, in der ich nach Hogwarts komme"), kann hier seine Texte kapitelweise hochladen. Leser können kommentieren und somit für neue Inspiration sorgen.
  • Youtube - Viele Autoren haben Videoblogs, in denen sie über ihre Erfahrungen sprechen. Viele Interviews finden sich dort. Noch häufiger findet ihr Tutorials, in denen Zeichner ihre Tricks demonstrieren und zeigen, wie mit bestimmten Medien zu arbeiten ist. Aber Achtung: Nicht nur gucken, sondern selber machen. Üben, üben, üben ist immer noch der Schlüssel!
  • Rollenspiele - Es muss nicht das Internet sein! Findet euch mit Gleichgesinnten zusammen und lasst eurer Fantasie freien Lauf. Gestaltet eure Welt gemeinsam, dann übernehmt ihr jeweils zwei bis drei Charaktere und lasst diese auf die der anderen treffen - Ihr seid die Götter und das Schicksal, und eure Figuren durchleben gemeinsam jedes Abenteuer, über das ihr sie stolpern lasst. Denkt euch alles von Anfang bis Ende selbst aus, oder spielt in vorgefertigten Welten wie zum Beispiel Dungeons and Dragons.
  • Lesen - Offensichtlich. Nehmt euch die Bücher vor, die euch besonders gefallen und definiert, wieso das so ist. Übernehmt Strukturen, Formulierungen und generelle stilistische Vorgehensweisen, bis euch eure eigene Geschichte ebenso gefällt.
  • Testleser - Kritik darf nicht nur von "zu wohlwollenden" Freunden kommen. Gebt eure Geschichten auch an Eltern oder andere Menschen, von denen ihr wisst, dass sie "ohne Rücksicht auf eure Gefühle" objektiv beurteilen können. Vorsicht aber: Nie darf "finde ich schlecht" ohne das begründende "weil ..." kommen. Vergesst ebenso nicht, dass ihr die Schöpfer eurer Werke seid und für immer bleibt. Kritik sollte euch Ideen bringen und manches überdenken lassen, aber letztendlich entscheidet ihr. Seid offen für konstruktive Vorschläge, aber lasst euch niemals gegen euren Willen so weit reinreden, dass die Geschichte am Ende so sehr verdreht wird, dass ihr euch selbst nicht mehr darin wiederfindet.
  • Pausen sind ok! - Man muss nicht jeden Tag dasselbe leisten. Manchmal fließen die Worte wie Wasserfälle, und man hat nach einer Stunde Seiten fertig. Manchmal braucht man die selbe Zeit, um an den selben drei Sätzen rumzuschrauben - und am Ende passen sie einem immer noch nicht. Erlaubt euch Pausen. Vergesst euer eigenes Leben und eure eigenen Abenteuer nicht unter all den Erlebnissen, die ihr euren Charakteren schenken wollt. Eine Routine ist gut, und eine Karriere im Schreiben und Zeichnen braucht Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, aber verzeiht euch selbst, wenn es mal für ein paar Tage oder Wochen gar nicht funktionieren möchte. Gebt euch die nötigen Pausen, solange ihr wieder zu euren Werken zurückkommen werdet. Nichts geht verloren, wenn ihr euch ein wenig in der echten Welt verliert; eure Papier-Welten und eure Charaktere werden geduldig auf euch warten, bis ihr soweit seid, ihnen wieder unter die Arme zu greifen (: